Samstag, Paderborn. Der HSV-Mannschaftsbus fährt vor. Die Frage ist nur: War überhaupt jemand drin?
Was unsere Mannschaft in der Home Deluxe Arena ablieferte, war über weite Strecken eine sportliche Nullnummer. Einzig der Mann zwischen den Pfosten schien die Abfahrt nicht verschlafen zu haben. Der Rest? Zum Haareraufen. Verdient verloren, restlos bedient.
Und als wäre das nicht schon ärgerlich genug, hätte man dem Mannschaftsbus auf der Rückfahrt auch gleich Blaulicht aufs Dach schrauben können. Mit Bilal Nadir und Fábio Vieira landen zwei weitere Spieler im ohnehin überfüllten HSV-Lazarett. Gute Besserung an alle Verletzten!
Lasse und Lars betreiben Ursachenforschung, lecken Wunden und fragen sich, wie man einen derart blutleeren Auftritt überhaupt erklären soll.
Aber jetzt ist auch mal Schluss mit dem Gejammer!
Denn die Eintracht kommt. Und zwar gleich im Doppelpack! Erst am Dienstag im DFB-Pokal vor ausverkauftem Volkspark, dann am Sonntag in Frankfurt. Zwei Spiele, zwei Chancen, die Dinge wieder geradezurücken. Und wer sagt eigentlich, dass der HSV dabei nur Spalier stehen soll?
Paderborn war Mist. Geschenkt wird uns nichts. Aber die Saison ist noch lange nicht entschieden.
Also: Blaulicht aus. Flutlicht an. Frankfurt, wir kommen!
Nur der HSV. 💙🤍🖤
Drei Siege in Folge! Der HSV ist zurück in der Erfolgsspur – und wir wissen ehrlich gesagt nicht so ganz, ob wir gerade eine richtig gute Mannschaft erleben oder ob irgendjemand da oben einfach HSV-Fan ist. Gegen Stuttgart jedenfalls war wieder alles dabei: ein Gegner, der gefühlt 90 Minuten den Ball hat, ein Heuer Fernandes, der sich denkt „Nicht mit mir!“, und ein Miro Muheim, der in der 88. Minute offenbar genug vom ganzen Zirkus hat und das Ding einfach in den Winkel nagelt.
116,74 km/h. Drei Prozent Torwahrscheinlichkeit. Und wir so: KOMM, MIRO!
Wir sprechen über einen Sieg, der statistisch vielleicht nicht unbedingt in den Lehrbüchern für dominante Spielkontrolle landen wird, emotional aber selbstverständlich direkt ins HSV-Museum gehört. War das jetzt defensive Widerstandsfähigkeit, brutale Effizienz oder einfach der ganz normale Wahnsinn mit der Raute auf der Brust?
Außerdem: Heuer Fernandes als Lebensversicherung, Muheim auf dem Weg zur Legende und die Frage, wie lange man eigentlich so weitermachen kann, bevor der eigene Blutdruck endgültig kündigt.
Drei Siege am Stück. Neun Punkte. Und wir haben natürlich überhaupt keinen Grund, jetzt schon wieder völlig durchzudrehen.
Oder doch?
Nur der HSV!
Hereinspaziert! Die HSV-Gefühlsachterbahn!
JAAAA, MEINE DAMEN UND HERREN! FESTHALTEN! DIE BÜGEL SCHLIESSEN! WIR FAHREN NOCH EINE RUNDE!
Willkommen in der blau-weiß-schwarzen Gefühlsachterbahn! 10.000 HSV-Fans verwandeln Sinsheim in einen Außenposten des Volksparks und bekommen für ihr Eintrittsgeld das volle Programm: Führung, Rückstand, Platzverweis, Comeback und dann – MIIIIRO MUHEIM! 94. MINUTE! VOLLEY! 3:2! EKSTASE! Die komplette HSV-Bank fliegt aus den Sitzen, der Volkspark-Außenposten explodiert! MEINE HERREN, WAS FÜR EINE FAHRT!
Doch Vorsicht, liebe Fahrgäste: Diese Achterbahn hat auch einen verdammt tiefen Abgrund. Die Freude über den sensationellen Auswärtssieg wird von der niederschmetternden Diagnose überschattet: Kreuzbandriss bei unserem Kapitän Nicolai Remberg. Ein bitterer Preis für drei Punkte. Rambo, wir wünschen dir von Herzen gute Besserung!
Immerhin: Alexander Røssing-Lelesiit ist zurück auf dem Bundesliga-Rasen. Auch das gehört zu dieser verrückten Fahrt.
Wir durchleben noch einmal sämtliche Loopings von Hoffenheim, sprechen über die Folgen von Rambos Ausfall und richten den Blick auf den nächsten Streckenabschnitt: Stuttgart im Volkspark!
SOOO, DIE HERRSCHAFTEN! NICHT AUSSTEIGEN! DIE NÄCHSTE RUNDE GEHT AUFS HAUS!
Anschnallen, festhalten, Volksparkgeflüster hören.
Nur der HSV!
Die Länderspielpause ist vorbei. Die Bundesliga hat uns wieder. Und Jan hat ein Attest.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Während unser dritter Mann heute entschuldigt fehlt – der Test wurde von der Aufnahmeleitung als gültig anerkannt –, stürzen sich Lasse und Lars wieder ins pralle HSV-Leben.
Wir sezieren Kloppos Einstand als Bundestrainer, stöbern durch allerlei Abseitiges rund um den DFB-Tross und die Länderspiele und rekapitulieren anschließend die Weltreisen unserer HSV-Nationalspieler: von Martinique über Togo bis zu den Komoren – Hauptsache HSV.
Zurück in Hamburg wurde es dann europapokalverdächtig: Unsere Freunde aus Kopenhagen waren zu Gast, der Volkspark nahezu voll und die Atmosphäre entsprechend großartig. Und trotz all der Freude war auch Raum, Abschied zu nehmen: von Peter Nogli und von Mathias aus der aktiven Kopenhagener Fanszene. Ruhet in Frieden.
Doch jetzt wird es ernst: Hoffenheim! Sinsheim! Auswärts! Und damit auch ein Blick zurück auf ein Duell, das uns ein echtes Gruselkabinett der HSV- und Hoffenheim-Geschichte beschert: Gisdol, Schipplock, Labbadia, Djourou – Namen, die man eigentlich nur noch mit leichtem Schüttelfrost aussprechen sollte.
Wir schauen voraus auf die blau-weiß-schwarze Invasion am Samstag, überlegen, wie der HSV der TSG beikommen kann und warum trotz Außenseiterrolle durchaus etwas Zählbares drin sein könnte.
Die Länderspielpause ist überstanden. Das Vorgeplänkel ist vorbei. Jetzt geht’s wieder um Bundesliga-Punkte.
Und der HSV? Fährt guter Dinge nach Sinsheim.
Nur der HSV. 💙🤍🖤
Es ist Samstagnachmittag im Hamburger Volkspark. Nach zwei verheerenden Niederlagen wagt sich eine seltene Spezies wieder aus ihrem Versteck: der bundesligataugliche HSV.
Und siehe da: Er lebt!
Gemeinsam beobachten Lasse, Jan und Lars aus nächster Nähe, wie die blau-weiß-schwarze Herde einen Geißbock erlegt und dabei erstmals in dieser Saison wieder ihr natürliches Revier behauptet. Im Mittelpunkt unserer ornithologischen Feldstudie: Zakaria El Ouahdi, die Wachtel. Ein bemerkenswertes Exemplar, dessen Verhalten in freier Wildbahn wir für euch ausführlich dokumentieren.
Doch auch abseits des Rasens war diese HSV-Woche voller besonderer Beobachtungen: Mario Vušković ist zurück auf dem Trainingsplatz, Merlin Polzin und sein Trainerteam verlängern ihre Verträge – und am Trafohaus treffen wir endlich wieder einige von euch.
Ein Heimsieg, drei Punkte und ganz viel Balsam für die geschundene HSV-Seele.
Jetzt zieht sich die Bundesliga für drei Wochen in ihre natürlichen Rückzugsgebiete zurück, ehe es für unsere Rautenbande nach Hoffenheim geht.
Bis dahin gilt: Die Wachtel ist gelandet. Der HSV ist zurück. Und im Volkspark wird wieder gezwitschert.